Club Geschichte

Anlage

Die Anlage befindet sich am Isarhochufer südlich der Stadtgrenze von München. Auf dem clubeigenen Gelände befinden sich 15 Sandplätze, inklusive Centre Court (“Leo Benz Centre Court”), ein gemütliches Clubhaus, moderne Garderoben und eine Geschäftsstelle, in der auch ein Shop für den Verkauf von Tennisartikeln betrieben wird. Die Zweifeld-Teppichhalle wird im Winter durch zwei Traglufthallen (über insgesamt 5 Plätzen) ergänzt, so dass im Winter sieben Tennisplätze zur Verfügung stehen, die auch von Nichtmitgliedern genutzt werden können. Seit Herbst 2019 ist die gesamte Anlage mit allen Gebäuden CO₂ neutral an die Geothermie der Gemeinde Pullach angeschlossen. Die Gastronomie im Clubhaus steht auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Geschichte

Gründung und Vorkriegszeit (1925 – 1939)

Der Verein wurde im März 1925 unter dem Namen “Sportparkgesellschaft Großhesselohe e.V.” gegründet. Initiatoren waren der damalige Grundeigentümer Fritz Wöllner und F. Clemens Schiffer, Lehrer für Deutsch und Turnen in Icking. Der Verein betrieb zunächst auch andere Sportarten wie Fechten, Hockey, Reiten, Schlittschuhlaufen und Skilauf. So wurde bereits im Mai 1925 ein erstes Reitturnier auf der Clubanlage durchgeführt; auch der Schlittschuhlauf fand im Winter auf den beiden zu diesem Zweck gespritzten Vorderplätzen statt. Das sportliche Geschehen konzentrierte sich aber bald ganz auf Tennis. Während es 1925 lediglich zwei Plätze gab, waren 1926 schon zehn Tennisplätze fertig gestellt. Der Verein zählte zu dieser Zeit bereits 250 Mitglieder. In der Folge der Weltwirtschaftskrise 1930 bis 1932 schrumpfte die Mitgliederzahl auf 30 zahlende Mitglieder und der Verein geriet in finanzielle Turbulenzen, die erst durch private Spenden behoben werden konnten. Die Mitgliederzahl stieg anschließend wieder auf über 100. Gemeldet wurden bis Kriegsbeginn drei Herren-, zwei Damen und zwei Juniorenmannschaften.

Kriegs- und Besatzungsszeit 1939 – 1946)

Mit Beginn des Kriegs war der Spielbetrieb stark eingeschränkt; ab 1942 gab es keine Clubmeisterschaft der Herren mehr. Durch Bombenangriffe 1944/1945, die der in nächster Nähe gelegenen Großhesseloher Eisenbahnbrücke, einer strategisch wichtigen Zugverbindung ins bayerische Oberland, galten, wurde die Tennisanlage weitgehend zerstört.

Nach Kriegsende wurde der Verein wie alle Sportvereine durch alliiertes Kontrollratsrecht aufgelöst. Die amerikanische Besatzungsmacht hatte die idyllisch gelegene Anlage bald entdeckt und für eigene sportliche Zwecke beschlagnahmt. Einige Mitglieder durften auf den wenigen intakt gebliebenen Plätzen mit den Amerikanern spielen. Ohne die Lizenz der Militärregierung zur Neugründung des Vereins abzuwarten, ließ der Eigentümer des Clubgeländes Fritz Wöllner die Kriegsschäden auf eigene Kosten beheben.

Wiedergründung und Aufbau 

Das Office of Military Government erteilte dank nachhaltiger Bemühungen interessierter Mitglieder bereits im April 1946 die Erlaubnis für die Ausübung des Tennissports unter dem neu gewählten Namen “Tennisclub Großhesselohe e.V.”. Die Plätze 1 und 2 waren zunächst weiterhin für Angehörige der amerikanischen Besatzungsmacht reserviert. Der Tennissport kam rasch wieder in Gang, bereits Ende 1946 standen 12 Plätze für 363 Mitglieder zur Verfügung. Als Clubfarben wurden Grün (für die umgebende Natur) und Rot (für den Tennissand) gewählt. 1949 stellte der Verein das heute noch bestehende Clubhaus zusammen mit einem Garderobenhaus und einer Platzwartwohnung fertig. Ein 2000 Zuschauerplätze fassender Centre Court – der ursprüngliche Plan, an dieser Stelle ein Schwimmbad zu errichten, war nach dem  Bauaushub aufgegeben worden – erlebte 1950 mit Gottfried von Cramm seine glanzvolle Einweihung. In der Folgezeit schlossen sich große nationale und internationale Turniere und Veranstaltungen wie ein Tennisländerkampf Deutschland – Australien (mit Hoad, Rosewall und Trainer Hopman) im Jahre 1953 und ein Schaukampf mit Jack Kramers Profitruppe (u.a. mit Fred Perry, Pancho Gonzales und Pancho Segura) im Jahre 1955 an. 1952 sowie 1955 bis 1958 wurde die Endrunde der Großen Medenspiele nach Großhesslohe vergeben.

1972 erfolgte die erste große Renovierung der Anlage. Die in die Jahre gekommenen Gebäude der Nachkriegszeit wurden mit Ausnahme des Clubhauses abgerissen und durch einen Neubau (Garderoben, Platzwartwohnung und Geschäftsstelle) ersetzt, hinzu kam eine neue Tennishalle mit 2 Plätzen.

Kauf des Clubgeländes 1986

Einen Meilenstein in der Clubgeschichte stellte der Kauf der bisher gepachteten Anlage dar. Im Jahr 1986 konfrontierte der Verpächter den Club mit seiner Absicht, das Gelände, teilweise auch Bauland, zu verkaufen. Damit war der Fortbestand des Clubs ernsthaft gefährdet. Um den Verkauf an einen Dritten zu verhindern, entschlossen sich die Mitglieder für den Kauf durch den Club selbst, was einen gewaltigen Kraftakt bedeutete. Um den Kaufpreis in Millionenhöhe zu finanzieren, mussten neben einer nicht unerheblichen Kreditaufnahme die Mitglieder eine einmalige Umlage leisten, die das Mehrfache eines Jahresbeitrags betrug. Mit dem Kauf sicherten der Vorstand und die Mitglieder im Jahr 1986 den Fortbestand des Tennissports in Großhesselohe auch für zukünftige Generationen.

Modernisierung der Anlage seit 2012

Seit 2012 erlebt der Club eine Phase der Modernisierung. So wurden in der Folge zwei neue Traglufthallen (über drei bzw. zwei Sandplätze) angeschafft; die Geschäftsstelle und die Garderoben wurden umgebaut und umfassend modernisiert. Auch der Innenbereich des Clubhauses wurde neu gestaltet. Im Jahr 2019 hat der Club vor dem Hintergrund des gestiegenen Umweltbewusstseins der Gesellschaft und der Mitglieder die in die Jahre gekommenen Öl- und Gasheizungen entsorgt und die gesamte Wärmeversorgung des Clubs auf Geothermie, also Erdwärme, umgestellt. Die erzielte CO2-Ersparnis ist beachtlich, da insbesondere das Beheizen von sieben Tennishallenplätzen einen erheblichen Wärmebedarf erfordert. Der TCG ist damit einer der ersten Tennisvereine in Deutschland, der seine Wärmeversorgung auf die Nutzung einer weitgehend CO₂-neutralen Energiequelle umgestellt hat.   

Sportbetrieb und sportliche Erfolge

Mannschaftswettbewerbe

Im Erwachsenenbereich nehmen jährlich ca. 20 Mannschaften in nahezu allen Altersklassen am Wettspielbetrieb teil.  In welchem Umfang in der Saison 2020 Mannschaften am Spielbetrieb im Rahmen der von den Verbänden Corona-bedingt ins Leben gerufenen, eingeschränkten “Übergangssaison” gemeldet werden, befindet sich in der Abstimmung. <zu aktualisieren nach dem Stand beim Hochladen>  

Deutschlandweite Bekanntheit erlangte bis heute die 1. Herrenmannschaft des TC Großhesselohe. Seit mittlerweile knapp 30 Jahren spielt sie in der ersten oder zweiten Bundesliga. Im Jahr 1983 stieg sie erstmals in die 1. Bundesliga auf. Auch von 1985 bis 1989 war sie erstklassig vertreten, unter anderem wurde in den Jahren 1986 und 1987   der Vizemeistertitel errungen. Nach drei Jahren in der 2. Bundesliga stieg das Team zur Saison 1993 wieder auf und hielt sich bis 1995 in der Elite-Liga des deutschen Tennis. Im neuen Jahrhundert waren die 1. Herren ab der Spielzeit 2001, abgesehen von einem Jahr Erstklassigkeit im Jahre 2003,  ununterbrochen in der 2. Bundesliga vertreten. 2018 gelang abermals der Aufstieg in die 1. Klasse. In der Saison 2019 blieb die Mannschaft mit zahlreichen bayerischen Weltklassespielern wie Florian Mayer, Kevin Krawietz, Peter Gojowczyk, Daniel Brands und Matthias Bachinger die Mannschaft in sämtlichen Heimspielen ungeschlagen und beendete die Saison 2019 unter der Führung des ehemaligen deutschen Daviscup-Spielers Christopher Kas im sicheren Mittelfeld der Tabelle. Im zweiten Jahr der Erstklassigkeit war eine Platzierung unter den Top 3 der aus zehn Mannschaften bestehenden eingleisigen Liga als Saisonziel ausgegeben worden. Hierfür hatte der Club seine Mannschaft nochmals verstärkt: So sollten 8 Spieler unter den Top-110 der ATP-Einzelrangliste für den TCG aufschlagen und als Neuzugänge waren unter anderem der langjährige und aktuelle Daviscupspieler Philipp Kohlschreiber sowie der beste deutsche Nachwuchsspieler Rudolf Molleker gemeldet. Der DTB hat nunmehr aber wegen der gegenwärtigen Corona-Krise sämtliche Bundesligabegegnungen abgesagt.

Diese Absage trifft auch die Herren 30, die seit 2016 in der Bundesliga (Gruppe Süd) spielen.

Die 1. Damenmannschaft wurde 1993 Deutscher Vizemeister und konnte 1994 die deutsche Meisterschaft und insgesamt dreimal die Bayrische Meisterschaft erringen. In den Jahren von 2004 bis 2018 spielten die Damen überwiegend in der 2. Bundesliga (Gruppe Süd). Aktuell schlagen sie in der Regionalliga Süd-Ost auf. Auch diese Liga ist für die Saison 2020 Corona-bedingt abgesagt.

Die Senioren konnten in der Zeit von 1973 bis 1976 viermal die deutsche Mannschaftsmeisterschaft gewinnen; seinerzeit war 45+ die einzige Altersgruppe. Nach der Differenzierung der Altersgruppen wurden die Herren 60+ und 75+ jeweils einmal Bayrische Meister.

Einzelerfolge

Eine Reihe von Vereinsspielern konnten seit vielen Jahrzehnten eine Fülle von Erfolgen –insbesondere Meistertitel auf Landes- und Bundesebene sowie bei internationalen Turnieren– in allen Altersklassen erringen.

Herauszuheben ist die Deutsche Meisterschaft der Herren, die Paul Vojtischek 1987 und 1989 errang.

Der nunmehrige Clubtrainer Jaromir Becka wurde im Jahr 1998 Deutscher Jungseniorenmeister.

Peter Gojowczyk erreichte 2019 beim ATP-Turnier in Washington (Preisgeld 1,9 Mio USD)

das Halbfinale.

Kevin Krawietz gewann 2019 mit seinem Partner Andreas Mies (RW Köln) das Doppel bei den French Open (Roland Garros) in Paris.

Bei den Senioren konnte Gerd Bechinger die Deutsche Meisterschaft erringen. Besonders erfolgreich war Prof. Dr. Günther Kindermann, der es in den Jahren 2009 bis 2017 in seiner Altersklasse auf zwei nationale Meisterschaften und fünf Europameisterschaften (1 x im Einzel, 4 x im Doppel) bringen konnte; weitere Titel errang er als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im während der Jahre 2010 bis 2016. Im Jahre 2011 war er Nr. 1 der deutschen Rangliste und Nr. 3 der Weltrangliste.

Beginn von Weltkarrieren

Sylvia Hanika (spätere Nr. 4 der Weltrangliste und Siegerin des New Yorker Master Turniers) debütierte 1980 als 16-Jährige in der 1. Damenmannschaft.

Tommy Haas (spätere Nr. 2 der Weltrangliste) schlug 1995 als 17-Jähriger in der 1. Bundesliga für den TCG auf.

Jugend

Mit ca. 280 Kindern und Jugendlichen ist der Club einer der größten Tennisvereine Bayerns und Deutschlands im Nachwuchsbereich. Mit 16 gemeldeten Mannschaften steht er in Bayern mit an der Spitze. Diese sind in allen Altersklassen und in allen Spielklassen vertreten.

Jugendliche Leistungs- und ambitionierte Breitensportler finden finanzielle und organisatorische Unterstützung durch den Club. Die Spitzenspieler werden durch den von Wilson geförderten Talentpool, der bis zu 20 Kinder und Jugendliche umfasst, unterstützt, für den Breitensport werden Turniere für Hobbyspieler und Spielertreffs unter Traineranleitung angeboten. Ganzjährige Jugendkurse, Mannschafts-, Konditions-, und Koordinationstraining, Tennisferienkurse und Nachwuchsturniere mit DTB-Status runden das breite Angebot des Clubs für die Jugend ab.

Einzelerfolge

Jaromir Becka wurde im Jahr 1981 Deutscher Hallenmeister der Junioren. Dominik Schulz, Sohn des weiteren Clubtrainers Carsten Schulz (selbst Deutscher Jugendmeister 1979), konnte in verschiedenen Altersklassen dreimal die Deutsche Meisterschaft erringen. Darüber hinaus war er auch international erfolgreich, so erreichte er z.B. bei den French Open (Roland Garros) das Halbfinale.

Gesellschaftliches Engagement

Unter dem Motto „Kinder spielen für Kinder“ führt der Club einen jährlichen Charity-Cup durch. Der Erlös aus diesem Turnier ohne Wettbewerbscharakter kommt jedes Jahr einem anderen ausgewählten Projekt für Kinder und Jugendliche mit Handicap oder schweren Erkrankungen zu Gute. So konnten in der Vergangenheit z.B. für eine Förderschule in Niederbayern acht spezielle Sportrollstühle angeschafft werden, welche das Erlernen des Rollstuhltennis ermöglichen. Im Jahr 2019 wurde eine Stiftung unterstützt, welche die Arbeit von Therapiehunden mit behinderten sowie schwerkranken Kindern fördert. Zum Erfolg der Veranstaltung tragen auch viele Sponsoren des Clubs bei, insbesondere auch viele, vornehmlich Pullacher, Geschäftsleute und Unternehmen.

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